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Podiumdiskusion: Herr Schliffke, Herr Blum, Frau Hölterhoff, Frau Ahlke, Herr Bornes und Moderator Herr Schmidt.

Am 11. Juni 2026 nahmen Julian Rohlfing (Fachbereich Sehen), Anna Cebulla (Fachbereich Hören) und Silvia Klieber (Fachbereich Taubblind) am Fachtag „Ein Fachtag für alle!“ teil, zu dem die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, Claudia Middendorf, in das Hotel Franz nach Essen eingeladen hatte. Die ganztägige Veranstaltung verband die beiden zentralen Aufgabenbereiche des Amtes und richtete den Blick auf die Situation von Patientinnen und Patienten sowie von Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen.

Eröffnet wurde der Fachtag durch Claudia Middendorf, gefolgt von Videobotschaften des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann. Grußworte sprachen unter anderem Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Staatssekretär Matthias Heidmeier sowie Josef Neumann, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW. Dr. Brigitte Borrmann vom Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW beleuchtete in ihrem Vortrag den Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Gesundheit. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben stellte Marcus Windisch von der Koordinierungsstelle die Arbeit der KSL in NRW vor. Durch das Programm führte Rainer Schmidt.

Aus Sicht der drei beteiligten Fachbereiche waren insbesondere die beiden Podiumsdiskussionen am Nachmittag von Bedeutung. In der Runde „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ diskutierten unter anderem Marion Hölterhoff, Vorsitzende des Cochlea Implantat Verbandes NRW, Melanie Ahlke von der LAG Selbsthilfe NRW und Matthias Blum über Chancen und Hürden digitaler Anwendungen für Patientinnen und Patienten. Die anschließende Diskussion „Digitale Teilhabe für Menschen mit Behinderungen“ mit Vertreterinnen und Vertretern unter anderem des Landesbehindertenrates NRW, der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention und der Agentur Barrierefrei NRW machte deutlich, dass digitale Barrierefreiheit eine Querschnittsaufgabe bleibt, die in allen Lebensbereichen konsequent mitgedacht werden muss.

Für das KSL-MSi-NRW war der Fachtag in doppelter Hinsicht relevant. Die Verknüpfung von Patientenbelangen und Behindertenpolitik trifft den Kern der Arbeit der Fachbereiche, denn Menschen mit Sinnesbeeinträchtigung stoßen im Gesundheitswesen nach wie vor auf erhebliche Barrieren. Das reicht von fehlender barrierefreier Kommunikation in Krankenhäusern und Arztpraxen über unzugängliche digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zu Unsicherheiten des Personals im Umgang mit blinden, sehbeeinträchtigten, gehörlosen, schwerhörigen und taubblinden Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus bot der Fachtag vielfältige Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Praxis und Selbstvertretung. Die gewonnenen Impulse fließen in die weitere Arbeit der Fachbereiche ein, insbesondere in die Aktivitäten zur Barrierefreiheit im Gesundheitswesen.