Illustration. Eine Frau sitzt am Schreibtisch. Auf dem Computerbildschirm sieht man ein Video-Chat-Fenster mit vier Teilnehmern.

Aufgrund der Corona-Pandemie können wir unsere Sensibilierungs-Schulung SensiPro mit Theorie und praktischer Selbsterfahrung rund um das Thema Sinnesbehinderungen derzeit nicht wie üblich persönlich und vor Ort anbieten.

Daher haben wir das Schulungs-Konzept zu den einzelnen Fachbereichen Hören, Sehen und Taubblindheit vorübergehend an digitale Formate angepasst, z.B. für Webex/Zoom-Konferenzen. Am 25.5.2020 haben zwei Studierenden-Gruppen der Sozialen Arbeit an der FOM Essen im Fach Disability Studies erstmals an unseren Schulungen teilnehmen können. In jeweils anderthalb Stunden zeigten die Fachberaterinnen des KSL auf, welche Bedarfe Menschen mit Hör-/Sehbehinderungen haben, welche unterschiedlichen Formen von Beeinträchtigungen vorhanden sein können, und welche Hilfsmittel und Kommunikationsmöglichkeiten es gibt.

Auch der Praxis-Teil kommt online nicht zu kurz: Die Selbsterfahrung findet jetzt direkt vor Ort bei den Studierenden zu Hause statt: So konnten die Studierenden z.B. versuchen, sich mit verbundenen Augen ein Glas Wasser einzufüllen oder die eigene Unterschrift korrekt an vorgesehener Stelle ein Blatt Papier zu setzen. Gar nicht so einfach, wenn man nichts oder nur wenig sieht!

Via Chat-Funktion haben die Teilnehmer*innen jederzeit die Möglichkeit, direktes Feedback zu geben und sich aktiv zu beteiligen. Auch die Übungen aus dem Fachbereich Hören machte den Teilnehmer*innen viel Spaß und luden zum Mitmachen ein: Hier gab es „Lippen-Ablese-Versuche“ von einfachen Sätzen wie „Ich fahre mit dem Auto“ bei ausgeschaltetem Mikrofon. Die Studierenden konnten ihre Ablesefähigkeiten testen und Lösungsvorschläge in den Chat einbringen. So wurde recht anschaulich verdeutlicht, dass nur ca. 30% des Gesprochenen tatsächlich eindeutig vom Mund abgesehen werden kann. Der Rest muss kombiniert werden.

Im letzten Teil zum Thema „Taubblindheit“ konnten die Teilnehmer*innen dann auch eine neue Kommunikationsform erproben. Gemeinsam mit der Fachberaterin für Taubblindheit wurde live am Bildschirm das Lormen geübt. Dabei sind einzelnen Fingern sowie bestimmten Positionen auf der Hand bestimmte Buchstaben zugeordnet.

Zwei Gebärdensprachdolmetscher*innen stellen während der Online-Schulungen die Kommunikation sicher und sorgen für reibungslose Abläufe. Wir freuen uns über das Gelingen - so können wir vom KSL-MSi-NRW demnächst unsere Schulungen je nach Begebenheiten und Bedarf sowohl digital als auch persönlich anbieten!