Auf dem Foto ist links Beat Marchetti zu sehen. Rechts neben ihm ist Frau Wegerhoff, mit deren Hand der kleine Maulwurf festgehalten wird. Beide lächeln in die Kamera.

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden (BAT e.V.) am 19. Oktober 2019 referierte Beat Marchetti, taubblinder Mitarbeiter vom SZBLIND (Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen), über seine Erlebnisse auf der Weltreise. Frau Wegerhoff vom KSL-MSI-NRW war bei diesem Vortrag dabei.

Mit viel Humor und farbenfrohen Fotos vermittelte er den Mitgliedern die eindrucksvolle Kreuzfahrtreise entlang der warmen und tropischen Barfußroute, die ihn vier Monate lang durch 34 unterschiedlichen Länder einmal um die Welt führte.

Anlass für die Reise war zunächst sein Traum, einmal um die Welt zu reisen, den er für „irgendwann einmal“ aufhob, ihn zu verwirklichen. Doch seine Sehverschlechterung kündigte sich bereits früher als erwartet an. Natürlich können taubblinde Menschen, die nichts mehr sehen können, auch schön reisen, betonte Beat Marchetti in seinem Vortrag. Da er die Erinnerung an seine Weltreise am liebsten mit visuellen Eindrücken sammeln wollte, entschied er sich, dass aus einem „Irgendwann einmal“ ein „Jetzt“ wurde.

Der besondere Fokus des Vortrages lag darin, Erfahrungen eines taubblinden Menschen über die Reiseplanung zu vermitteln, Gründe für ein „schwimmendes“ Hotelzimmer zu erläutern und über die Zusammenarbeit mit einem Taubblindenassistenten (TBA) zu berichten.

Beat Marchetti berichtete von seinen ursprünglichen Plänen, die Reise barrierefrei mit einem TBA pro Monat zu unternehmen und von den Schwierigkeiten mit einer Schifffahrtsreederei.

Es sei ihm nicht möglich gewesen, sich dort mit den unterschiedlichen TBAs anzumelden, sondern es sei nur einer für die gesamte Schiffsreise zulässig gewesen.

Was aber, wenn während der Reise die Zusammenarbeit zwischen einem Taubblinden und TBA bröselt? Oder der TBA muss die Begleitung beispielsweise aufgrund von Krankheit abbrechen?

Offen vermittelte Beat Marchetti seine anfänglichen Sorgen, Gedanken und Überlegungen über die Rolle als taubblinder Reisender und als Arbeitgeber des TBAs und zu welcher Entscheidung er gelangt ist.

Mit dabei war nicht nur sein TBA, auch der Maulwurf Lumbi war ihm stets zur Seite. Beide sorgten dafür, dass die monatelange Reise zu einem wundervollen und unvergesslichen Erlebnis wurde.