Herr Ebmeyer aus Hamburg, selbst tauber Aktivist, setzt sich für die Anerkennung des Unrechts und der Unterdrückung der Gebärdensprache ein, von der tauben Menschen in Gehörlosenschulen betroffen waren.
Als Beauftragter für die Belange der Opfer von Oralismus und Sprachentzug im Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. (DGB) und im Gehörlosenverband Hamburg e. V. engagiert er sich dafür, dass gehörlose Überlebende von Gewalt, Missbrauch, Sprachverboten (Oralismus) und Diskriminierung in Heimen, Internaten und anderen Einrichtungen endlich gehört und entschädigt werden. Für viele Betroffene bedeutete das nicht Bildung, sondern Ausgrenzung, Sprachverlust und psychisches Leid.
Der Oralismus wurde ab dem späten 19. Jahrhundert zum offiziellen Leitmodell an deutschen Gehörlosenschulen. Nach dem Mailänder Kongress von 1880 wurden das Gebärdenspracheverbot in der Gehörlosenschule beschlossen. Im Unterricht standen nun Sprechen, Hören, Artikulieren und die Versorgung mit Hörgeräten im Fokus. Gehörlose sowie schwerhörige Kinder und Jugendliche mussten die Lautsprache lernen. Ziel war es, das Lautsprechen deutschlandweit und in Europa im Bildungssystem der gehörlosen und schwerhörigen Kinder durchzusetzen. Lippenlesen hatte dabei höchste Priorität.
Diese Praktiken wurden nicht nur in Büchern dokumentiert, sondern sind Teil der Lebensrealität vieler Betroffener. Christian Ebmeyer kennt diese Geschichte aus eigener Erfahrung. Heute engagiert er sich bundesweit für die Anerkennung des Unrechts, das gehörlosen Menschen in Heimen und Schulen durch Sprachunterdrückung und Zwang zur Lautsprache widerfahren ist.
Herr Ebmeyer sagt: "Wir haben von allen Fraktionen eine ofizielle Entschuldigung erhalten - es war ein unbeschreibliches Gefühl. Nach 145 Jahren, seit 1880, wird diese unvorstellbares Leid endlich annerkant und sichbar gemacht. Doch heute endlich der Durchbruch! Hamburg nimmt im Bereich des Sozialen Entschädigungsrechts (SGB IV) tatsächlich eine Vorreiterrolle ein. Mal sehen, wie es auf Bundesebene für uns weitergeht - Heike Heubach (SPD) wird mich dabei unterstützen".
Weitere Berichte können Sie in Links nachlesen:
Die Hamburgische Bürgerschaft will das Unrecht an gehörlosen Menschen aufarbeiten. Betroffene wurden in Schulen gezwungen, auf Gebärdensprache zu verzichten:
Hamburg: SPD, CDU, Grüne, Linke bitten Gehörlose für Leid um Verzeihung (msn.com)
Hamburger Bürgerschaft entschuldigt sich für Leid von Gehörlosen: