Im Vordergrund ein Miniaturmodel des Münster in Basel. Im Hintergrund liegt das tatsächliche Gebäude in der Ferne.

Das KSL-MSi-NRW möchte auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens aktiv werden. Dabei soll es eine Wertschätzungskultur entwickelt werden, die einen Perspektivenwechsel über Behinderungen allgemein und insbesondere über die Kultur und Kommunikation von Hör- und Sehbehinderten sowie Taubblinden herbeiführt. Die Inhalte und Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) werden befördert.

Für viele Menschen mit Sinnesbehinderungen ist die Teilhabe an kulturellen Angeboten sehr beschränkt. Gerade in ländlichen Gegenden nimmt die Möglichkeit der Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen ab. Dies trägt dazu bei, dass so gut wie kein Dialog zwischen Menschen mit und ohne Einschränkungen entsteht. Außerdem wird dadurch die Selbst- und Persönlichkeitsentfaltung der Personen mit Sinnesbehinderungen erheblich eingeschränkt.

Das Kompetenzzentrum wurde durch vielfältig stattfindende soziale und kulturelle Aktionen und Kampagnen zu einem Ort der Begegnung.

Um die Teilhabe an diesen Veranstaltungen zu sichern, ist eine barrierefreie Gestaltung notwendig. Im Falle von Menschen mit Sinnesbehinderungen bedeutet dies, dass vor allem auf Seiten der Kommunikation Maßnahmen ergriffen werden, damit sich alle Beteiligten im vollen Maßen verständigt und verstanden fühlen. Um dies zu erreichen sind unter anderem Dolmetscher_innen und/oder eine Taub-Blinden-Assistenz einzusetzen, bei Videos auch eine Untertitelung anzubieten, Texte in Leichter Sprache und/oder Braille-Schrift zu formulieren und Vorträge z.B. in Gebärdensprache zu halten.

Ein kultureller Dialog in angemessenen Kommunikationsformen fördert die Begegnung der verschiedenen Gruppen und macht sie in der Gesellschaft sichtbar(er). Wichtig bei diesem Austausch ist darüber hinaus, dass die Unterschiede der Kulturen wahrgenommen, verstanden, akzeptiert und wertgeschätzt werden. Nur so kann gegenseitiges Verständnis und ein gemeinsames Lernen voneinander angetrieben werden.

Im KSL-MSi-NRW wird die kulturelle Vielfalt nicht nur gefordert, sondern auch gelebt. In einem gemischten Team werden die Ideen zur kulturellen Teilhabe und Vielfalt weiter gestreut, um die Wichtigkeit dieser Thematik in allen Lebensbereichen zu verdeutlichen und zu verankern. Dabei steht das Anliegen des Dialogs genauso wie das kulturelle (Selbst-)Verständnis der Zielgruppen im Mittelpunkt.

Untermauert wird dieses Anliegen durch verschiedene rechtliche Grundlagen sowie die UN-Behindertenkonvention. In ihr wird u.a. festgehalten, dass Menschen mit Behinderungen das Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen Leben haben und somit der Zugang zu kulturellem Material barrierefrei möglich sein sollte. Darunter fallen Fernsehprogramme, Filme, Theatervorstellungen und andere kulturelle Aktivitäten, wie z.B. Museumsbesuche oder auch Konzerte.